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Peisssenberg (ehem. Sulz)

Wie “Bahnhof Sulz” zum “Bahnhof Peißenberg” wurde

Als am 01. Februar 1866 die Strecke von Weilheim nach Unterpeißenberg in Betrieb ging, herrschte in Unterpeißenberg reger Eisenbahnbetrieb. Die Grubenverwaltung von Hohenpeißenberg ließ an dieser Station ihre Pechkohle auf Schienen verladen, die mit Pferdefuhrwerken aus Sulz, dem heutigen Bahnhof Peißenberg, angefahren wurden. Als sich dies zu Umständlich zeigte, wurde die Bahnlinie am 01. August 1875 nach Sulz - dem heutigen Bahnhof Peißenberg - um 2,7 km verlängert. Zuerst diente die verlängerte Strecke nur dem Werksverkehr der Grubenverwaltung. Erst am 15. September 1880 wurde die Strecke für den Personenverkehr freigegeben.

Bild oben: Zugkreuzung in Peißenberg am 12.04.2015

Dabei erhielt die Station Sulz den heutigen Namen Peißenberg. Zur gleichen Zeit wurde die Station Unterpeißenberg in Peißenberg-Nord umbenannt. Mit dem Bau der Station Peißenberg wurden die Ladehalle, sowie Lokschuppen samt Wasserhaus in Unterpeißenberg abgebaut und in Sulz (Peißenberg) wieder aufgebaut. Erst 37 Jahre später, und zwar am 11. Januar 1917 wurde die Lokalbahn nach Schongau in Betrieb genommen. Davor war die Station Sulz (heute Peißenberg) 37 Jahre ein Kopfbahnhof. Gleich nach der Eröffnung kamen auch Personenzüge aus Landsberg in Peißenberg an, die hier endeten und wieder zurückfuhren. Der Bahnhof Peißenberg war in seiner Glanzzeit mit mehreren Gleisen bestückt, wobei heute nur noch ein Überholgleis für den Gegenverkehr und ein Abstellgleis zu einer danebenliegenden Firma besteht.

Zur damaligen Zeit hatte Peißenberg drei Stellwerke. Der Bahnhof selber ist ein zweigeschossiger Zweckbau, der mit seinem geschmiedetem Vorbau noch sehr an die sogenannte "Gute alte Zeit" erinnert. Das Bahnhofsgebäude hatte einmal 2 Obergeschosse, davon wurde jedoch ein Obergeschoss in den Jahren 1975/76 abgetragen. Im noch vorhandenen Obergeschoss des Bahnhofes befindet sich heute der "Peißenberger Modelleisenbahnclub", der die moderaten Räume in Eigenbau zu einem Clubheim mit noch einer im Bau befindlichen Eisenbahnanlage ausgebaut hat. Natürlich durfte am Bahnhof Peißenberg auch hier keine Restauration fehlen, die am Weg zum Bad Sulz, neben dem Sulzer Bach gebaut wurde.

Nach dem Bahnhof Peißenberg in Richtung Hohenpeißenberg zweigte in der Glanzzeit des Pechkohleabbau ein Gleis am unbeschrankten Bahnübergang zum Bergwerk ab, daß aber heute stillgelegt ist und nicht mehr befahren werden kann, da bereits ca. 1 1/2 m Gleis fehlen. In diesem Bergwerk wurden die schweren Kohlezüge beladen, die dann über Weilheim nach München oder über die Ammerseebahn nach Augsburg gezogen wurden. Ein Hauptabnehmer der Peißenberger Kohle war die Fa. Haindl-Papierfabrik in Augsburg und die Stadt München und andere.

Über 100 Jahre lang war der Bergbau die Grundlage für die Einkommen vieler Familien und für die gedeihliche Entwicklung der Marktgemeinde. Im März 1971 wurde in Peißenberg die letzte Tonne Kohle gefördert und die Grube stillgelegt. In der Zeit seines Bestehens wurden allein in Peißenberg über 32 Millionen Tonnen Kohle gefördert.

 

(Bild oben: Kreuzung 2x628er im Mai 2002)

Im Frühjahr 2000 (März) wurde der Bahnhof Peißenberg technisch aufgerüstet mit zwei neuen Fahrkartenautomaten. Sorgen müssen sich die Kunden jedoch nicht machen, da auch weiterhin Fahrkarten am Schalter mit seinen kundenfreundlichen Öffnungszeiten zu kaufen sind.

(Bild oben: 218 226 von Augsburg - Geltendorf - Weilheim nach Schongau)

Im April 2000 wurde im Gemeinderat von Peißenberg beschlossen, daß der Bahnhofsplatz nun endlich Saniert wird, da er schon seit Jahren ein Dorn im Auge ist. Somit können in Zukunft 50 Fahrzeuge parken und 60 Fahrräder abgestellt werden. Auch die Kurzparker, die Fahrgäste an den Bahnhof bringen, werden bei der Planung im unmittelbaren Bahnhofsbereich berücksichtigt. Für die Kurzparker entsteht ein sogenannter "Kuss&Ride-Platz". Im Sommer 2001 sollen nun die Umbauarbeiten am Bahnhof beginnen. Nun wird es zum Fahrplanwechsel am 15.12.2002 nochmals interessant für die Pfaffenwinkelbahn. Vom 15.12.2002 an (Fahrplanwechsel) fährt die Ammerseebahn von Augsburg kommend weiter bis Schongau. Dies hat zur Folge, das von nun an 218er mit 3 Waggons die Strecke befahren. War doch jahrelang die Diesellok vorne gehangen (Augsburg - Weilheim), so wurde jetzt die Garnitur gedreht, damit die 218er den Zug nach Hohenpeißenberg auf der extremen Steilstrecke schiebt, falls es zu einem Kupplungsriß kommt, passiert nicht viel. Aber nicht nur 218er befahren jetzt die Strecke, auch die neuen Desiros (VT 642er) kommen auf der Strecke Weilheim-Schongau zum Einsatz.

Sanierung Bahnübergänge 2016

Im November 2016 werden im Bereich Sulzer-, und Forsterstraße bei den Bahnübergänge die Gleisanlagen saniert und die Fahrbahn erneuert.

 

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