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Schongau - das Tor zum Pfaffenwinkel

Ehem. großer “Bahnhof Schongau” schrumpft zur Haltestelle

Auf den Weg zum Bahnhof Schongau wird die alte Bundesstraße 17 überquert und die Strecke führt anschließend bei der Firma Haindl (Papierherstellung) vorbei, wo sie anschließend den Lech überquert und nach einem kurzen Anstieg und zwei weiteren Bahnübergängen den Bahnhof erreicht.

Bild oben: Bf. Schongau um 1900

Der Bahnhof Schongau ist im Grunde genommen ein großer Bahnhof mit vier ebenerdigen Bahnsteigen, wo einst drei Bahnlinien zusammentrafen. Zum einen wäre dies die Bahnlinie von Weilheim nach Schongau - die noch in Betrieb ist, zum anderen von Kaufbeuren nach Schongau - 1972 Stillgelegt, und die dritte war die von Landsberg kommend nach Schongau - 1986 für den Personenverkehr stillgelegt, Güterverkehr steigt von Jahr zu Jahr.

Bild oben: Bahnhof Schongau April 2015

Das ausschlagende Potential für den Bahnbau rund um Schongau war die Papierfabrik Haindl und für den Ausbau der Strecke Schongau - Peißenberg - Weilheim das Bergwerk in Peißenberg. Bei der Fa. Haindl war auch ausschlaggebend die Kohlelieferung vom Bergwerk Peißenberg zur Papierfabrik Haindl nach Schongau. Der private Gleisanschluß zur Fa. Haindl bestand bereits ein Jahr früher als die Fertigstellung des Brückenbauwerks in Schongau im Jahre 1912. Als diese Brücke fertiggestellt war, hatte die Fa. Haindl endlich den lange gewünschten Anschluß Richtung Landsberg. Die Ausfahrt aus dem Bahnhof Schongau Richtung Landsberg und Kaufbeuren, vorbei am ehemaligen BW Schongau (Aussenstelle von Augsburg), war einst eine zweigleisige Strecke, die ca. nach einem Kilometer bei dem heutigem Krankenhaus sich trennte. Heute existiert nur noch das Gleis von der Fuchstalbahn nach Landsberg .

Bild oben: Ausfahrt BRB aus dem Bahnhof Schongau kurz vor der Lechbrücke - Dahinter Firmengebäude der Papierfabrik UPM (früher Haindl) - April 2015

Bild oben: Neue Lechbrücke in Schongau Mai 2003. Bis 2008 verkehrten über diese Brücke die Dieselloks der Baureihe 218 und die Triebwägen 628 und 648 (DESIRO). Ab 2008 wurde die Strecke von der BRB übernommen

Im Bahnhof Schongau wurde 1993 nach fast einjähriger Umbauzeit ein Reisezentrum anstelle der alten Fahrkartenschalter eröffnet. Dieses Reisezentrum wurde im Jahre 1998 wieder umgebaut und wurde am 27.11.1998 mit zwei offenen Theken eröffnet.

Bild oben: Ein LINT42 der BRB überquert die Lechbrücke kurz vor der Endhaltestelle Schongau im Jahre 2012.

Heute wird die neue Brücke in Schongau über den Lech von Zügen der Bayerischen-Regio-Bahn (BRB) und der Augsburger Localbahn GmbH (AL) benützt. Die Augsburger Localbahn GmbH fährt auf den Streckenabschnitt von Augsburg/Landsberg nach Schongau (Fuchstalbahn) und bedient die Firma UMP-Papierfabrik (vorm. Haindl Papierfabrik). Im Werksgelände der Papaierfabrik befindet sich ein weitverzweigtes Schienennetz.

 

Bild oben: Klimazug im Bahnhof Schongau um 1990

Obwohl der Bahnhof Schongau nicht so viel Personenverkehr aufweist, um so mehr kann man viele Güterwaggons auf dem Bahnhofsgelände sehen (z.B. Dezember 1998), die wohl zu der Papierfabrik Haindl gehören.
Im Jahre 1999 sind im Stadtrat von Schongau wieder heftige Diskussionen entbrannt über die Eröffnung der Fuchstal-Linie von Schongau nach Landsberg und die Verkürzung der Fahrzeit von Schongau nach Weilheim und umgekehrt.
Das Reisezentrum im Bahnhof Schongau erhielt im Januar 1999 bereits zum 2. mal nach 1997 einen Preis für Ihr Kundenzentrum, wo Freundlichkeit und Service zu dieser Auszeichnung führt. Gegenüber des Bahnhofes befindet sich die Wirtschaft "Gasthof zur Eisenbahn".

Bild oben: Reger Güterverkehr durch die Papierherstellung in Schongau im Jahre 2002

Vom 15.12.2002 an fährt die Ammerseebahn von Augsburg kommend nun weiter bis Schongau. Dies hat zur Folge, das nun 218er mit 3 Waggons die Strecke befahren. War doch jahrelang die Diesellok vorne gehangen (Augsburg - Weilheim), so wurde jetzt die Garnitur gedreht, damit die 218er den Zug nach Hohenpeißenberg auf der extremen Steilstrecke schiebt, falls es zu einem Kupplungsriß kommt, passiert nicht viel. Aber nicht nur 218er befahren jetzt die Strecke, auch die neuen Desiros (VT 642er) kommen auf der Strecke Weilheim-Schongau zum Einsatz.

Eisenbahnunfälle:

Am 01.02.1936 kam Zug Nr.16 aus Kaufbeuren bei der Einfahrt in den Bhf. Schongau infolge eines Dammbruches durch Schneeschmelze zur Entgleisung. Bei dem Unfall waren 5 Verletzte zu beklagen.

Bahnbetriebswerk (BW) Schongau

Im nördlichen Bahnhofsbereich befand sich noch bis in die 80er Jahre ein Bahnbetriebswerk mit Drehscheibe sowie eine Tankstelle für die dieselbetriebenen Fahrzeuge und eine Ladestation für die Akkumulatorentriebwagen der Baureihe BR 515. Mit der Eröffnung der Nebenbahn nach Landsberg entstand zunächst ein kleines BW für die damals eingesetzten Dampfloks. 1917 wurde nach der Inbetriebnahme der Strecke nach Weilheim das BW erweitert. Nach Eröffnung der dritten Linie - die nach Kaufbeuren - wurde 1921 ein Ringlokschuppen mit zwölf Ständen (11?) fertiggestellt. Ende der 30er Jahre wurde der Lokschuppen erweitert, um auch größere Fahrzeuge als die der Baureihe 98 einzustellen. Neben dem Lokschuppen befand sich ein zweistöckiges Gebäude mit Büro- und Übernachtungsräumen. Am 31.12.1966 wurde das BW Schongau aufgelöst und als Aussenstelle der BW Augsburg angegliedert. Mit der Einstellung des Personenverkehrs nach Landsberg im Jahre 1984, wurde diese Anlage überflüssig. Das selbständige BW Schongau zählte in seinen besten Jahren an die 120 Mitarbeiter und 17 Lokomotiven, bis in den 50er Jahren ein starker Rückgang von Schongauer Leistungen verzeichnet wurde.

Von dem Bahnbetriebswerk ist heute nichts mehr übrig. Das Gebäude und die dazugehörigen Lokschuppen wurden im Frühjahr 1997 dem Erdboden gleichgemacht. An dieser Stelle entstand ein großer Supermarkt mit einem großen Parkplatz. Vom alten BW ist nichts mehr zu erkennen.

Bild oben: Bw Schongau um 1937

Bild oben: BW Schongau 1996

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